„Das entfernte Gefühl“ – wenn Emotionalität zur Last wird

Ein spritzig-tiefsinniges Bühnenstück sorgte für volles Haus in unserer Gemeinde

Nach monatelanger Organisation, Werbung und vor allem Textpaukerei war es am 22. Oktober soweit: das Theaterprojekt „Theater zum Einsteigen“ von Ewald Landgraf lud zum vierten Mal in der Freien Evangelischen Gemeinde Moosburg zu einer kurzweiligen und zugleich tiefsinnigen Kommödie ein. Sechs talentierte Laienschauspieler aus unserer Gemeinde und das Supertalent Daniela Ahrendt aus der Freien evangelischen Gemeinde Ottobrunn wagten sich an das anspruchsvolle Stück „Das entfernte Gefühl“. Mit professionellen Sound- und Lichteffekten wurden die knapp 100 Zuschauer mit hinein genommen in das turbulente Leben der Familie Munter: die quirlige Mutter Maja, unglaublich authentisch gespielt von Daniela Ahrendt, kann sich einfach nicht beherrschen. Sie schreit, wenn sie sich über Postbote Kufert (Toni Fellermaier) ärgert, heult laut los, als sie merkt, dass sie vergessen hat, für ihre Chefin (Regina Schwarze) zu kochen, springt wild johlend herum, wenn sie beim Kartenspiel gewinnt, und die Gemeindeleiterin (Gudrun Holthaus) ist genervt, dass sie während der Predigt ständig  „Wuh“ statt „Amen“ ruft.  Maja kann sich deshalb selbst nicht leiden und hadert mit Gott: „ich bin dein größter Fehler!“ Doch dann bietet ihr eine Neurologin (Ilse Münch) ein Hormonpräparat an, das alle Emotionen auslöschen soll… Tochter Lina (Paula Hofmann) und Ehemann Werner (Christian Münch) versuchen verzweifelt mit kuriosen Methoden, ihre alte Maja wieder zurück zu gewinnen… Im Laufe der Aufführung steigert sich das turbulente Geschehen. Für ihren ausgelassenen „Biene-Maja-Tanz“ bekamen Lina und Werner einen kräftigen Szenenapplaus. Happy End: nachdem ihre Emotionen alllmählich wieder zurück kommen, beschließt Maja erleichtert, ihre Eigenheiten nicht als Fehler, sondern als ein wertvolles Geschenk Gottes zu akzeptieren. Ewald Landgraf gelang es erneut, auf seiner mobilen Bühne mit einem Laien-Team die Theatergäste zum Lachen und gleichzeitig zum Nachdenken zu bringen. Dass die Mikroaussteuerung und die Soundeffekte perfekt funktionierten, dafür sorgten unsere zwei Technik-afinen Helferinnen Maria Glatzel und Gabi Kerschner. Witzigerweise haben die zwei schon auf einem völlig anderem Gebiet bewiesen, dass sie gut kooperieren: in unserem Zeltlager arbeiteten die beiden bereits in der Küche harmonisch zusammen! Das Stück wurde danach noch in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Erding, in der FeG Ottobrunn, im katholischen Pfarrheim Altfraunhofen und  in der Freien evangelischen Gemeinde München-Mozartstraße aufgeführt. Die Vorbereitungen und die Durchführung war ein echter Klimmzug für unsere kleine Gemeinde, umso dankbarer bin ich allen Mitwirkenden, Helfenden und vor allem unserem großen Gott, der uns mit solchen Talenten ausgestattet hat!

Lilo Horsch