Jahreslosung 2021

Gedanken zur neuen Jahreslosung

Seit 2008 gestaltet die Moosburger Künstlerin Angelika C. Damke die Jahreslosung für die Kanzel der Freien evangelischen Gemeinde Moosburg. Da Angelika C. Damke nicht nur in Acryl und Linolschnitt arbeitet, sondern auch mit Ihren Fotos schon an verschiedenen Ausstellungen teilgenommen hat, entschied sie sich in diesem Jahr auch die Jahreslosung mit einem Foto zu gestalten. Entstanden ist das Foto bei einem Nordseeurlaub im September letzten Jahres. Angelika C. Damke erlebte das erste Mal in ihrem Leben das Meer. Dabei entstanden viele Fotos von Ebbe und Flut. Gerade die Ebbe mit ihren Wattwurm-Häufchen beeindruckten sie, denn wie auch im Leben wird manches erst sichtbar, wenn die Decke des Schweigens oder der Oberflächlichkeit weggezogen wird.

Der Text der diesjährigen Jahreslosung steht in Lukasevangelium 6,36: Jesus spricht: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“
Der Vater, der seine Schuhe ausgezogen und die Hose hochgekrempelt hat, um mit seinem Sohn diesen Grund zu erforschen, erinnerte mich an eine Bibelstelle aus dem Alten Testament: Übersetzung aus Elberfelder Bibel:
2. Mose 3,4-5 "Als aber der HERR sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose! Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
Und er sprach: Tritt nicht näher heran! Zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden! Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs."
Meine Gedanken dazu: "Gottes Heiligkeit ist so groß, dass es uns eigentlich unmöglich ist, sich ihm zu nahen. Doch Gottes Barmherzigkeit ist so groß, dass er seine Schuhe löst, um uns im Schlick unseres Lebens zu begleiten." In Lukas 10,25-37 erzählt Jesus ein Gleichnis auf die Frage des Schriftgelehrten: „Wer ist denn mein Nächster?“

Gott geht nicht an uns vorbei, sondern er macht sich eins mit uns, um uns da zu begegnen, wo wir gerade im Leben stecken geblieben sind.
Er behält die Ruhe und die Übersicht, hilft uns wieder auf und gibt uns das Nötige, um weiter zu leben.
Ja, Gott sandte uns sogar seinen Sohn, wie es im Brief an die Hebräer 2,17-18 heißt (Einheitsübersetzung 2016):
17 Deshalb musste er in jeder Beziehung seinen Brüdern und Schwestern gleich werden. So konnte er ein barmherziger und treuer Oberster Priester für sie werden, um vor Gott Sühne zu leisten für die Sünden des Volkes. 18 Weil er selbst gelitten hat und dadurch auf die Probe gestellt worden ist, kann er nun den Menschen helfen, die ebenfalls auf die Probe gestellt werden.“Jahreslosung 2021