Jahreslosung 2020

Gedanken zum Bild zur neuen Jahreslosung 2020

 

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Markus 9,24 so lautet der Vers der diesjährigen Jahreslosung.

 

Die Moosburger Künstlerin, Angelika C. Damke, hat zum 11. Mal den Text der  Jahreslosung in ein Bild für die Kanzel der Freien evangelischen Gemeinde umgesetzt.

Im Kontext erfahren wir die Begebenheit, von einem Vater und seinem schwer kranken Sohn, der sich Hilfe von den Jüngern von Jesus erhofft. Doch die können nicht helfen.

Markus 9,21-23

„Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist's, dass ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf. Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen,

dass er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!

Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“

Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

„Ich ersetze das Wort Glauben gerne mit dem Wort Vertrauen.

Im Alltag wird das Wort glauben auch mit denken, vermuten gleichgesetzt. Vertrauen ist viel tiefer in seiner Wertigkeit.

 

Dazu zwei Beispiele: Es ist für mich ein großer Unterschied, ob ein Bergsteiger sagt, ich glaube (denke) das Seil hält, oder wenn er sagt, ich vertraue darauf, dass das Seil hält. Denn dabei kann es auch um Leben und Tod gehen.

Auch im Bezug einer Partnerschaft empfindet man einen Unterschied in der Aussage: Ich glaube mein Partner ist mir treu oder ich vertraue, mein Partner ist mir treu.

Doch wie setzt man diesen Begriff Glauben mit dem Inhalt von tiefem Vertrauen in ein Bild um?

Bei der Frage: Was fordert mein Vertrauen heraus, kam mir immer wieder das Bild einer Hängebrücke.“

Auch als Christ lebt man nicht vom Boden abgehoben auf Wolke sieben.

Im Leben eines Christen gibt es Herausforderungen wie so eine Hängebrücke, Glaubensschritte, die ein Wagnis sind.

Z.B. seinen sicheren Beruf aufzugeben, um als Missionar mithilfe von Spendengeldern jungen Menschen in einem fremden Land eine neue Perspektive zu geben.

Schwere Lebensphasen begegnen einem Christen auch, dafür stehen das Wasser und das Feuer.

Im Alten Testament gibt es eine Stelle aus Jesaja 43,2-3, die kam mir in den Sinn:

Wenn du durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehen musst – ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken. Und wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt. Keine Flamme wird dich verbrennen. Denn ich, der HERR, bin dein Gott, der heilige Gott Israels. Ich bin dein Retter. Ich bezahle ein hohes Lösegeld für deine Befreiung.

Die ausgestreckte Hand mit dem Herz als Wundmal, zeigt Jesu Liebe zu den Menschen. Er litt für uns und starb für uns. Er ist der Retter.

Sein vergossenes Blut ist das Rettungsseil über dieses Leben hinaus.

Jesus kennt Ausgrenzung, Schmerzen und Ängste. Er bezahlte mit seinem Leben.

Daran zu glauben, darauf zu vertrauen, dass diese Hand da ist, tröstet, ermutigt, begleitet und führt, bringt Hoffnung und Zuversicht, eben Gottvertrauen.

Und selbst wenn der Krebs der scheinbare Sieger ist, wie bei meinem Bruder 2018, so zeigen die letzten handgeschriebenen Zeilen von ihm, was Glaube bedeuten kann.

Es war der Vers aus 1. Brief an die Korinther 15,43.

„Es wird gesät in Schwachheit, es wir auferweckt in Kraft.“

Der Blick geht nach oben, wie auf dem Bild.

Der Lebensweg endet nicht im Wasser, im Feuer oder im Dunkel, sondern geht weiter in Gottes Hand.

Jesus sagte in Mt. 28,20b: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“

 Ich finde: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!,

 ist eines der ehrlichsten Gebete, die man sprechen kann.“

 

Es spricht von Gottvertrauen und ist zugleich die Bitte um Hilfe, nach der entgegen gestreckten rettenden Hand, wenn Zweifel auftreten.